Kapelle Kobel

Kapelle Kobel (c) Roland Weber Seit 2003 hat die Kobel-Kapelle eine neue Betreuung durch Gisela Hartmann. Sie hat die Aufgabe von Frau Johanna Flatz übernommen, die seit den 50er Jahren dieses Amt inne hatte und sich um alle Belange sorgte. In den letzten Jahren wurde sie von ihrer Tochter Evi Staffler unterstützt. Bei beiden wollen wir uns für ihren Einsatz bedanken und uns bei dieser Gelegenheit ein paar geschichtliche Informationen in Erinnerung rufen.

Ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1797 hilft uns bei der Einordnung der Geschehnisse. 1796 wurde Vorarlberg zweimal von den Franzosen bedroht, die vom Unterland her vorrückten. Aus Rankweil und Sulz kamen Landesverteidiger zum Kobelplatz. Zusammen mit freiwilligen Schützen aus Götzis und Umgebung schlugen sie die vorrückenden Franzosen zurück, die nicht mit Widerstand gerechnet hatten. Im September des selben Jahres wagten die Franzosen einen weiteren Vorstoß. Diesmal leistete ihnen Johann Ellensohn, Wirt zum Goldenen Adler, mit freiwilligen Schützen aus Götzis und dem ganzen Oberland Widerstand. Gemeinsam schlugen sie die Feinde in die Flucht. Zum Andenken an die beiden gewonnenen Schlachten wurde die Kobel-Kapelle gebaut. Der Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sonst hat die Kirche wenig Schmuck. Eine Inschrifttafel erzählt von den Kriegen. Nachdem die Kapelle über Jahrzehnte dem Verfall überlassen worden war, wurde sie durch mehrere Renovierungen - die letzte Renovierung wurde 1986 abgeschlossen - auf den heutigen Stand gebracht. Heute ist die Kapelle für die Bewohner des umliegenden Gebietes zum Treffpunkt für das Rosenkranzgebet in den Monaten Mai und Juni geworden. (Quelle: Götzner Heimatbuch)

aus: Kontakt 2004/2



Die 1797 erbaute Kobelkapelle erinnert an den Sieg der Vorarlberger Landesverteidiger gegen die herannahenden Franzosen während der napoleonischen Kriege. Der Kobel stellt nicht nur den Eingang nach Götzis von Norden her dar, sondern war auch immer eine Sperre in Kriegszeiten. In den letzten Kriegstagen des 2.WeItkrieges befahlen SS-Einheiten die sinnlose Verteidigung des Kobels gegen die französische Armee, was verheerende Folgen fur Götzis hatte. Das Altarbild von 1944 im Inneren der Kapelle ist ein Figurenrelief der heiligen Maria mit Kind und einer gemalten Landschaft von Götzis darunter. In den Jahren 1983/86 wurde die Kapelle am Kobel außen und innen restauriert. Kapelle Kobel (c) Roland Weber






Das Kirchlein am Kobel
Kapelle Kobel (c) Roland Weber

Am Kobel steht auf einer niedern Anhöhe an der Landstraße ein einsames Kirchlein. Es wurde zur Erinnerung daran erbaut, daß an dieser Stelle anno 1796 die Oberländer Bauern ganz allein und aus eigener Kraft die Franzosen zurückjagten. Dabei kämpfte ein siebzigjähriger Greis, der Weibel Frick aus Sulz, mit seinen vier Söhnen allen voran. - Als dann der Oberländer Landsturm an den See hinab aufgeboten wurde, hat ihn bis zu dieser Anhöhe der Pfarrer von Rankweil mit dem wundertätigen silbernen Kreuz vom Frauenberge begleitet. Quelle: Anna Hensler, in: Rund um Vorarlberger Gotteshäuser, Heimatbilder aus Geschichte, Legende, Kunst und Brauchtum, Bregenz 1936, S. 11