Anna und Maria




Zwei Frauen, zwei Mütter, in der Tradition einer offenen Haltung dem Geheimnis des Lebens gegenüber.

Die Grundlage für diese Tradition ist das Bewusstsein, das Wissen davon, sich letztlich dem Leben überlassen zu müssen, trotz allen Bemühens. Dieses Bewusstsein schließt die Erfahrung mit ein, dass etwas Natürlichem Unerklärbares innewohnt. Damit sind wir in unserem Dasein konfrontiert und durch das Leben angefragt. Unser Antworten auf diese Fragen ist ein aktiver Akt, der uns als Person ganz meint.

„Mir geschehe wie du gesagt hast“ gründet auf Beziehung, Nähe und Vertrauen auf ein bergendes Gegenüber: Ich halte mich Dir entgegen – annehmend – empfangend – vertrauensvoll überlassend. Diese Offenheit für das Leben meint weder Duldung, Passivität oder Gewähren lassen; im mich Hingeben bin ich auch mir nahe, ganz da. Im mich Hergeben jedoch verlasse ich mich, verleugne ich mich und opfere mich dem Zweck und Nutzen eines anderen.

Empfangend sein bedarf ganz der Berührung mit dem eigenen Wert, der Treue zu meinen tiefen Sehnsüchten und des Erfühlens, wofür ich da sein mag, was meinem Wesen gemäß ist.

Frei sein heißt auch: ich muss mich selbst entgegennehmen, in Unbedingtheit. Sie macht Angst, diese radikale Offenheit, Angst vor dem was mir entgegenkommt, was ich wahrnehme – unverbogen, unmittelbar, unverstellt – und Angst, ob sich die Verheißung erfüllt oder meine Intention missbraucht wird. Kann ich´s tragen, kann ich zu mir stehen, kann ich wärmend, nährend, schützend, fördernd und freigebend sein?

Im Bemühen, dass durch mein Tun Wesentliches wahr werden kann, bleibt die Erfüllung doch ein Geschenk. Aus dieser Haltung der Offenheit dem Leben gegenüber und dem Sich -ein lassen mit ganzem Leib, kann sich durch mich „Weg, Wahrheit und Leben“ ereignen – als Mensch, als Frau, als Mutter, als empfindendes Wesen dem Empfindenden gegenüber.

… das haben Anna und Maria in mir angesprochen.

Ruth M. Kathan-Windisch

Ruth war in den 70-iger und 80-iger Jahren, u.a. auch als Leiterin der KJ, sehr engagiert in der Pfarre Götzis.






Die Bilder der Kirchenfenster wurden von Bernhard Häusle zur Verfügung gestellt.
Fotoaufnahmen © 2009 by Bernhard Häusle
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